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Bitcoin top, Preis flop

Heart Words #28 – Meine Lehre aus 2025

Das Jahr 2025 war für viele Bitcoin-Besitzer eine große Enttäuschung. Die Erwartungen an den Preis waren hoch – aus guten Gründen: Bitcoin ist an der Wall Street angekommen und wird sogar von der größten Volkswirtschaft der Welt, den USA, ernst genommen.

Den Begriff „strategische Bitcoin-Reserve“ aus den Mündern von Politikern zu hören, hätte noch vor wenigen Jahren kaum ein Bitcoin-Optimist so früh für möglich gehalten. Leider hat sich diese positive Entwicklung bisher nicht wirklich im Preis widergespiegelt. Das Bitcoin-Jahr 2025 endete mit einem Minus von 6 Prozent – und hinterließ viele fragende Gesichter in der Community.

Auch ich habe mit einem deutlich größeren Preisanstieg für 2025 gerechnet. Auch ich lag falsch. Welche Konsequenzen das für meine persönlichen Pläne hatte, erzähle ich im aktuellen Heart Money Video. Das letzte Jahr hat mich einiges gelehrt. Darum soll es auch in der heutigen Newsletter-Ausgabe gehen.


Bitcoin top, Preis flop – Hintergrund mit KI generiert


MEINE HEART WORDS DER WOCHE
1. Eine Kritik

Als ich vor zwei Jahren meinen ersten Podcast Bitcoin kurz erklärt gestartet habe, wurde ich dafür kritisiert, zu Beginn jeder Folge den aktuellen Bitcoin-Preis zu nennen. „Der Preis sei nicht so wichtig.“ Und ich „solle doch lieber die Blockzeit nennen“ – so, wie andere Bitcoin-Podcasts das machen.

Ich habe diese Kritik bewusst ignoriert. Denn der Preis ist die ehrlichste Wahrheit, die wir bei Bitcoin haben. Langfristig gibt es keinen besseren Test dafür, ob die große Bitcoin-These wirklich aufgeht:

Dass Bitcoin immer relevanter wird – für Staaten, Banken, Institutionen und – am allerwichtigsten – für uns Privatpersonen.

Sollte sich der Bitcoin-Preis über einen sehr langen Zeitraum negativ entwickeln, wird es Bitcoin aus meiner Sicht sehr schwer haben, sich als globale Konkurrenz zu Fiat-Währungen durchzusetzen. Bitcoin hätte dann zwar immer noch die besten Eigenschaften, die ein Wertspeicher und (potenzielles) Geld haben kann, doch die meisten Menschen würden dem kaum bis keine Beachtung schenken.

In meinem Umfeld beobachte ich Bitcoin-Neulinge, die der aktuelle Preis verunsichert und die sogar ihren Sparplan pausieren. Und erst mal abwarten. Das unterstreicht meine These:

Der Preis ist wichtig.

Bitcoin wird für die meisten Menschen auf der Welt niemals das sein, für das Bitcoiner es heute schon halten, wenn der Preis das nicht widerspiegelt.

In der Bitcoin-Community nehme ich wahr, dass es stellenweise ein Umdenken gibt. Der Podcast Münzweg nennt mittlerweile neben der Blockzeit auch den Bitcoin-Preis – sogar in Dollar und in Euro.

2. Ein Glück im Unglück?

Meine Pläne für den Start in die Selbstständigkeit basierten auf der Annahme, dass der Bitcoin-Kurs 2025 mindestens 200.000 € erreichen würde. Heute wissen wir: Dieser Preispunkt wurde bisher nicht überschritten.

„Mache keine Pläne, die auf Preisen basieren, die sich noch gar nicht bewahrheitet haben“ — das hat mir das letzte Jahr eindrücklich und schmerzhaft gezeigt. Es ist unmöglich, den Bitcoin-Preis kurzfristig vorherzusagen. Wir können nicht wissen, wie sich Bitcoin nächste Woche, nächsten Monat oder nächstes Jahr entwickelt.

Selbst seriöse und angesehene Analysten lagen falsch. Bitcoin-Influencer auch. Entsprechend zurückhaltend fallen Preisprognosen für 2026 aus. Zu groß scheint die Befürchtung, erneut falsch zu liegen.

Die Konsequenz? Ich hatte letztes Jahr geplant, einen Teil meiner Bitcoin zu verkaufen, um mir den Start in die Selbstständigkeit zu erleichtern. Die angestrebten Preispunkte wurden jedoch nicht erreicht — und dieser Plan somit nicht realisiert.

Glücklicherweise konnte ich meine Ausgaben auch ohne Bitcoin decken: mit Gründungszuschuss, Einnahmen aus der Selbstständigkeit und einem Mini-Kredit von Firefish (der ehrlicherweise eher zu Testzwecken diente).

Paradoxerweise war es — aus heutiger Sicht — eine gute Entscheidung, anzunehmen, dass der Bitcoin-Kurs 2025 mindestens 200.000 € erreicht. Denn sonst hätte ich mich wahrscheinlich nicht dazu entschlossen, meinen Analytics-Job zu kündigen und mich der Bitcoin-Aufklärung zu widmen. Dann würde ich heute nicht machen, was ich tue.

Jetzt stellt sich mir eine neue Frage:

Wie oft werden Lebenspläne nicht verwirklicht, weil die Voraussetzungen so hoch gelegt werden, dass man keinen Schritt vorwärts geht?

Sie wird mich wohl noch ein paar Tage begleiten…

3. Eine Vorschau

Den erwähnten Mini-Kredit von Firefish werde ich im April zurückzahlen. Bitcoin-besicherte Kredite sind ein noch recht junges Finanzprodukt. Anbieter wie Firefish sind Marktplätze, auf denen Bitcoin als Sicherheit hinterlegt wird, um dafür einen Kredit in Fiat zu erhalten.

Der Vorteil: Man muss seine Bitcoin nicht verkaufen, um kurzfristige Ausgaben zu finanzieren oder Liquidität zu schaffen.

Es ist natürlich nicht risikofrei. Und wer plant, seine Bitcoin zu vermehren, indem er mit einem Kredit Bitcoin kauft, um diesen dann mit einer potenziellen Wertsteigerung abzulösen, kann auf die Nase fallen. Auch das hat uns 2025 sehr direkt gezeigt.

Meinen Erfahrungsbericht werde ich demnächst hier teilen. Falls du meinen Newsletter noch nicht abonniert hast, ist jetzt eine passende Gelegenheit 🙂

4. Eine Umfrage

Bisher orientierten sich viele am sogenannten 4-Jahres-Zyklus – auch als 🟢🟢🟢🔴 dargestellt –, um abzuschätzen, in welche Richtung sich der Bitcoin-Preis im nächsten Jahr entwickelt. Doch dieser Zyklus wurde mit dem Abschluss des letzten Jahres gebrochen.

Deshalb verwundert es auch nicht, dass Analysten, YouTuber und sonstige Influencer, die sich zu Bitcoin äußern, völlig unterschiedliche Aussagen treffen, wie es 2026 weitergeht. Dazu habe ich eine kurze Umfrage auf YouTube und X veröffentlicht. Das ist das vorläufige Ergebnis:

Link zum Post

Was ist deine Einschätzung? Nimm gerne noch an der Umfrage teil.

Darunter finden sich übrigens auch einige Kommentare, die sagen: „Das ist egal.“ Längst nicht jede(r) teilt meine Meinung, dass der Bitcoin-Preis wichtig ist. 😄

5. Ein Zitat

Bitcoins Fundament wird immer stärker. Was der Kurs kurzfristig macht, ist nur Lärm. Achte kurzfristig auf Adoption, Regulierung und das Verhalten institutioneller Investoren – nicht auf den Preisverlauf. – Eric Weiss, der Mann, der Michael Saylor georangepilled hat

Link zum Post

Bitcoins Fundament ist gigantisch. Die Meldungen der letzten Jahre und Monate hätten kaum besser sein können. Warum sich diese positive Entwicklung nicht im Preis widerspiegelt, ist vielen ein Rätsel.

Letztes Jahr legte der Goldpreis eine außergewöhnlich starke Performance hin und stieg über 64 % – eine der höchsten jährlichen Steigerungen seit Jahrzehnten, begleitet von zahlreichen neuen Allzeithochs.

Viele Marktteilnehmer sehen in der Nachfrage nach Gold als sicherer Anlage einen Hinweis auf die wachsende Unsicherheit auf den globalen Finanzmärkten.

Bitcoin ist knapper als Gold. Bitcoins Eigenschaften schlagen Gold in allen Kategorien – außer bei der Historie. Es würde mich deshalb wundern, wenn Bitcoin nicht in absehbarer Zukunft nachzieht…


Danke fürs Lesen! Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, hinterlasse doch gerne ein Herz und einen Kommentar. Dein Feedback hilft, diesen Newsletter besser und bekannter zu machen.

Hab einen schönen Sonntag oder eine schöne Woche – ganz egal, wann du diese Worte liest.

Nicole ❤️


Veröffentlicht am 11. Januar 2026 auf Substack.

Replies (1)

Mit der Einführung der ETF ist die Wall Street in BTC eingestiegen. Deren Geschäft ist Spekulation, das Ergebnis ist die erhöhte Volatilität. Wer sich von der Casino-Mentalität infizieren lässt, hat den Wert von BTC nicht verstanden.