unseriös, seit Wochen von einer „Hungersnot“ in Gaza zu lesen, während dort vor unseren Augen eine von Israel gezielt herbeigeführte Massenverhungerung stattfindet. Was ist so schwer daran, das zu benennen?
Unfassbar: Vor wenigen Jahren debattierte das deutsche Feuilleton monatelang im sogenannten „Zweiten Historikerstreit“ – nur um heute die maximal rechteste Position jener Debatte eins zu eins in politische Realitäten zu übersetzen. View quoted note →
Sehr gutes Interview: Daniel Bax mit Jan van Aken. Nur, warum tun wir nach unzähligen Berichten über den Genozid in Gaza noch immer so, als ließe sich über Völkerrechtsverletzungen reden, OHNE den Begriff zu verwenden? Wirkt wie liberale Priorisierung deutscher Befindlichkeiten image
Erbärmlich nichtssagend View quoted note →
mit eins der verstörendsten Dinge der letzten Monate mitzuerleben wie diejenigen, die den Genozid in Gaza über zwei Jahre lang bejubelt, relativiert oder stillschweigend abgenickt haben, nun plötzlich so tun, als wären die Folgen irgendwie überraschend oder neu.
Throwback zu der Zeit, als die „Deutsch-Israelische Gesellschaft“ meinte, Hannah Arendt besser verstanden zu haben als Masha Gessen – und die Böll-Stiftung sofort einknickte. View quoted note →
niemand Ernstzunehmendes, den ich kenne, interessiert sich dafür, ob eine Gruppe mit nettem Gesang ein Interview mit einer Faschistin unterbricht – solange dieselbe Gruppe zu Gaza komplett schweigt.
Wahnsinn, wie ausnahmslos alle Outlets – Berliner Zeitung, BZ, BILD, JA – bei ihrer Berichterstattung über die Proteste gegen das Restaurant „Gila & Nancy“ in Berlin unterschlagen worum es dabei eigentlich geht: die Rolle des Besitzers Shahar Segal als Sprecher der GHF in Gaza.
Die „Zwei-Staaten-Lösung“ war schon Jahre vor dem Genozid in Gaza zur rhetorischen Phrase verkommen – ein Feigenblatt für Desinteresse und Untätigkeit. Wer das heute nicht klar mit benennt benennt, macht sich unglaubwürdig, auch in der Linken.
Some more excerpts from a recent panel I joined on why it matters to call what’s happening in Gaza genocide – and on journalism’s deeper structural failures. Credit to Fabian Goldmann @npub1uafg...r9rq for digging up the numbers I mention here.