Warum es viel zu simpel (und falsch!!!) ist, "die Migration" für die furchtbaren Taten von #Aschaffenburg und #Magdeburg verantwortlich zu machen, haben hier schon viele sehr gut erklärt. (Danke dafür!) Was mich nicht los lässt: Selbst WENN es so wäre, dass "die Migration" verantwortlich wäre. Dann würde doch das Schließen der Grenzen gar nichts mehr bringen. Denn es leben hier doch schon sehr viele Menschen mit Trauma. (Übrigens nicht nur Menschen, die migriert sind.) Selbst WENN es so wäre, müsste man doch vielmehr endlich anfangen, traumatisierten Menschen psychologische Hilfe zukommen zu lassen. Das wäre auch gar kein Problem. Denn bekanntlich haben wir nicht zu wenige Psycholog.innen, sondern nur zu wenig Kassensitze. Das würde sogar Arbeitsplätze schaffen. Und DAS würde uns wirklich sicherer machen. Gebt euch das mal! Die Logik von Merz ist dermaßen verkorkst, dass sie nicht mal aufgeht, wenn man sie mal kurz um des Arguments willen ernst nimmt.
Habe heute übrigens recht erfolglos eine Stunde lang mit einem Wahlkreismitarbeiter von Kevin #Kühnert über das #AfD-Verbotsverfahren telefonisch diskutiert. Quintessenz: Jetzt sei der falsche Zeitpunkt, weil das Narrativ, man schaffe sich unliebsame Gegner vom Hals, könne Leute zum AfD-Wählen bringen. Außerdem gäbe es noch nicht genug Nachweise. Meine Argumente kamen nicht an. Ich hoffe, dass dennoch irgendwas davon hängen bleibt.
Was war denn mit der @tagesschau los heute? Ein ganzer Bericht darüber, dass es bessere psychologische Betreuung für Geflüchtete bräuchte. Nahezu am Anfang der Sendung. Im nächsten Beitrag wird berichtet, dass Trump bei seiner Rede in Davos nur Gefälligkeitsfragen gestellt wurden, "von Kritik keine Spur". Und dann wird beim Bericht über die Oscar-Nominierungen ein Film über die Frauenproteste im Iran gefeatured. Wer hat da die Redaktion gehabt, und wie erfährt man, wenn die wieder dran sind? Da könnte man ja glatt wieder anfangen #Tagesschau zu gucken, wenn die ihre Arbeit wieder ernst nehmen. Edit: Hier ist übrigens ein guter Artikel der @taz der die Probleme der Tagesschau sehr gut zusammenfasst:
Ja, #X #Twitter zu verlassen ist ein wichtiges Signal und sehr angeraten. Man kann aber nicht genug hervorheben, dass man sich dann auch eine Alternative wählen sollte, bei der das Modell "Besitzer des Kommunikationsdiensts hat die Möglichkeit in unerhörter Weise auf demokratische Prozesse Einfluss zu nehmen" gar nicht erst möglich ist. Denn sonst zeigt man vor allem eines: Dass man nicht kapiert hat, wo das Problem liegt. Nämlich darin, dass wir unsere #Kommunikation einzelnen Firmen anvertrauen, statt gemeinsam freie Netze zu gestalten. Ich behaupte nicht, dass im #Fediverse alles super wäre. Aber es ist das einzige soziale Netzwerk, dass diesem Anspruch genügen kann. Deshalb sind Probleme lösbar. Und deshalb argumentiere ich nicht mit Comfort. Ich argumentiere mit der Moral. Gerne auch als Keule, wenn sie es anders nicht verstehen. Mag sein, dass #Bluesky schicker oder sexier ist. Das sollte halt nicht das Kriterium sein. Die Frage sollte eher lauten: Hat es das Potential die #Demokratie zu zerstören?
Mein Buch steht auf dem #38c3 beim @Digitalcourage Assembly in formidabler Gesellschaft. Wenn ihr es signiert haben wollt, fragt gerne nach mir. Ich springe meist da irgendwo rum. #DigitaleMündigkeit image