>Doch wir hatten nicht damit gerechnet, dass der #Hunger ihr Leben in Gefahr bringen würde. Unterversorgung hat es seit Monaten gegeben, die Preise auf den Märkten und in den Geschäften sind bereits explodiert. Doch am vergangenen Freitag sagte Ghada erstmals, dass sie ein verabredetes Interview nicht rechtzeitig liefern könne: Sie sei vom Hunger so matt und entkräftet, dass sie nicht richtig denken könne, sie habe »furchtbare Kopfschmerzen«. Sie entschuldigte sich dafür. Über das Wochenende verschlechterte sich ihre Lage weiter. Als wir am Montag telefonierten, berichtete sie, langsam und mit hörbar schwerer Zunge, dass sie nur ein paar Löffel Bohnen und ein kleines Stück Brot habe essen können. Vom wenigen, das sie und ihr Bruder noch hätten, würden sie fast alles den Kindern überlassen. An das Geld auf ihrem Konto komme sie nicht heran, weil die Auszahlungsstuben enorm hohe Kommissionen verlangten. Sie fürchte sich vor den anderen hungernden Menschen auf der Straße: »Die Menschen hier werden zu Tieren.« Sie wisse, schrieb Ghada mir, dass sie stark sei, aber dass sie nicht gegen diesen schleichenden Tod ankomme. Sie verbringe die Tage damit, zu weinen – und sehr viel Wasser zu trinken, um zumindest etwas im Magen zu haben.

Journalistin in Gaza: Ghada kämpft ums Überleben im Kriegsgebiet
Bei der Gaza-Berichterstattung sind SPIEGEL-Reporter auf palästinensische Kollegen angewiesen. Eine von ihnen ist Ghada Alkurd. Seit Kriegsbeginn ...
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